Halberstädter Tageblatt              Volksstimme Sonnabend,den 26.11.2011

Halberstadts Wirtschaftsvereinigung ehrt unternehmerische Leistung und soziales
Engagement


Kurzweilig und gesellig war das vorweihnachtliche Treffen
der Rolandinitiative Halberstadt.
Die Teilnahme an dieser Traditionsveranstaltung ist stets groß,
zumal als Höhepunkt das Roland-Schwert verliehen wird.
Feierliche Verleihung des Roland-Schwertes 2011,
von links: Präsident Marko Eggert, Katja Adams mit
ihrem Gatten Preisträger Gordon Adams,
Laudatorin Beate Grebe und Thomas Kowalski,
Geschäftsführer der
Rolandinitiative Halberstadt.

Foto: Regina Urbat
Von Regina Urbat
Halberstadt - Mit herzlichen Worten begrüßte Marko Eggert die rund 80 Gäste im Jagdschloss Spiegelsberge.
Der Präsident der Rolandinitiative freute sich über den regen Zuspruch und wusste auch den Grund:
"Traditioneller Höhepunkt unseres vorweihnachtlichen Treffens ist die Verleihung des Roland-Schwertes".
Damit die Anwesenden nicht all zu lange auf das Ergebnis warten mussten, verzichtete der Präsident der Wirtschaftsvereinigung
auf den Jahresrückblick. Der Geschäftsführer der Rolandinitiative war erstmals Mitglied der Juri und wurde eines Besseren belehrt,
dass die Wahl des Preisträgers einfach sei. Nach jeder Präsentation der Kandidaten sei er stets der Überzeugung gewesen:
"Der hat das Schwert verdient". Sechs Kandidaten waren nomieniert.
Das Geheimnis lüftete Beate Grebe: Das Roland-Schwert 2011 erhält - Gordon Adams". Und die Laudatorin freute sich mit dem
Ströbecker Zimmerermeister "riesig". Die Geschäftsführerin der HaWoGe sei selbst ein bekennender Fan des Bauwesens und
jedes Mal aufs Neue fasziniert, wenn ein Werk entsteht. So auch von dem "schönsten Dachstuhl", den der Preisträger in
Halberstadt gesetzt habe - den auf dem Magazingebäude Ebereschenhof 5. Gordon Adams stehe, so die Laudatorin weiter, für
ein Familienunternehmen, das 1922 von Otto Bruns als Sägewerk gegründet wurde. Die Grundlage dafür, "dass der Betrieb bis
heute funktioniert", habe Bodo Adams ab 1977 gelegt.
Sein Sohn habe die GmbH verantwortungsvoll weiter geführt und "sein eigenes Profil entwickelt". Der 43jährige sei ein
gefragter Holzexperte. "Aber einen Dachstuhl auf eine Zigarettenschachtel zu skizzieren wie sein Vater, das kann er nicht."
Schmunzeld begründete Beate Grebe: "Gordon Adams raucht nicht."
Nach dieser kleinen Anekdote lobte sie Adams Engagement für die Berufsaubildung und im sozialen Bereich. Seit 1993
wurden 74 Lehrlinge ausgebildet, unterstützt werden die Volleyballer von Weiß-Rot Ströbeck und der Schachverein.
Der Preisträger selbst ist ehrenamtlich im Ortschaftsrat tätig und zeigte sich bei der Schwert-Übergabe sichtlich gerührt.
"Damit habe ich nicht gerechnet", sagte Gordon Adams. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Katja nahm der Ströbecker die Aus-
zeichnung entgegen und verriet auf Volksstimme-Nachfrage: "Die Ehrung erfüllt mich mit Stolz. Sie motiviert mich zugleich,
nicht nachzulassen, immer wieder zu prüfen, ob der eingeschlagene Weg der richtige ist."
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Generalanzeiger vom 12.Februar 2003


Dampflokomobile macht mobil Denkmalsanierung - Wirtschaftskontakte - Städtepartnerschaft

Enthüllung der Gedenktafel - Voigtei 51 durch die Botschaftsrätin Dagmar Honsbein im Jahr 2003   HALBERSTADT.
Der namibische Botschafter war kurzfristig in seine Heimat zurückgerufen worden, und so übernahm Botschaftsrätin Dagmar Honsbein dessen Platz bei einem Besuch in Halberstadt. Nach einem Besuch des Dom enthüllte sie gemeinsam mit dem Daehne-Nachfahren Friedrich-Wilhelm Schröter eine Tafel am Stammhaus Dehne in der Voigtei 51, die darauf hinweit, daß dort die "Wiege der Dampflokomobile Martin Luthers ist. Im Anschluß trafen sich die Botschaftsrätin und ihre Begleitung sowie Friedrich-Wilhelm Schröter mit Bürgermeisterin Ute Gabriel zu einem Gespräch im Rathaus. Dort trug sich Dagmar Honsbein in das Goldene Buch der Stadt ein. Bekanntermaßen sind die Kontakte zwischen der Stadt Halberstadt und Swakopmund in Namibia durch die Dampflokomobile "Martin Luther³ entstanden. Im Jahr 2001 hatte sich die Stadt Swakopmund mit der Bitte um Unterstützung zur Restaurierung des aus Halberstadt kommenden Nationaldenkmals gewandt. Zusammen mit dem Europaabgeordneten Dr. Horst Schnellhardt und Friedrich-Wilhelm Schröter als Vertreter des Familienverbandes Dehne wurde ein Freundeskreis etabliert. Die Restaurierung der stark von Rost zerfressenen "Martin Luther³ in Swakopmund erfordert rund 33 000 Euro. Ein gutes Drittel ist bereits bei Sammlungen in Halberstadt und Namibia zusammengekommen. Mit weiteren Aktionen soll für die Rettung des Denkmals geworben werden. Dazu diente auch der Vortrag von Dr. Jürgen Laege aus Haltern am See. Der Dampflokomobilexperte sprach im Gleimhaus über "Fortschritt kennt keinen Wassermangel Über Friedrich Dehne und die Anfänge des Transportwesens in Namibia³. An dem Abend bekam der Daehne-Nachfahre überraschend ein Original-Patent der Dampflokomobile von 1877, das ein ehemaliger Lehrling in den 60er Jahren vor der Vernichtung gerettet hatte. Doch nicht nur das alte Dampfroß ist mittlerweile Gesprächsthema zwischen Halberstadt und Swakopmund. Die Dehne Food Consulting Halberstadt, deren Geschäftsführer Friedrich-Wilhelm Schröter ist, bemüht sich um die Produktion und die Verarbeitung von Kartoffeln in dem afrikanischen Land. Außerdem ist eine Städtepartnerschaft Halberstadt-Swakopmund im Gespräch.



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Generalanzeiger vom 15.Dezember 2002


in Holz geschnitzte Firmenlogo "Die Arbeit muß nicht nur gut aussehen, sondern auch über Jahre halten" Jahr der Jubiläen in der Ströbecker Zimmerei Adams - Familienbetrieb vor 80 Jahren gegründet - Bodo Adams seit 25 Jahren selbständig SCHACHDORF STRÖBECK. Gleich zwei Jubiläen gab es in diesem Jahr in der Ströbecker Zimmerei Adams zu begehen: 1922 wurde der Handwerksbetrieb von Otto Bruns gegründet und 1977 machte sich der heutige Geschäftsführer Bodo Adams selbständig. Als Otto Bruns vor 80 Jahren seine eigene Zimmerei gründete, hatte dessen Vater von ihm gemeint, er besitze keinen Unternehmergeist. Doch der Sohn überzeugte ihn vom Gegenteil, er bewies nicht nur Unternehmensgeist, sondern gar Besessenheit in seinem Beruf und in seiner Firma. Davon zeuge allein schon die Tatsache, daß er bis 1976 den Betrieb erfolgreicht gelenkt und geführt hat. Zu dem Zeitpunkt war er bereits 79 Jahre alt. Von der Gründung bis 1959 hatte das Unternehmen unter Zimmerei Otto Bruns firmiert, dann wurde es dem Kreisbaubetrieb angeschlossen und der alte Chef der neue Leiter der Zimmerei Ströbeck. Selbständigkeit Bodo Adams hatte bei seinem Großvater traditionell Zimmerer gelernt, in dem Beruf einige Jahre im Kreisbaubetrieb gearbeitet und ein Ingenieurstudium absolviert. Immer hatte er mit dem Gedanken gespielt, sich einmal selbständig zu machen. Doch das wurde zu DDR-Zeiten ja niemand leicht gemacht. Als der Kreisbaubetrieb sich 1976 aus Ströbeck "verabschiedete³, liebäugelte Adams mit dem alten Betrieb. Dann wollte es der Zufall, daß er bei einem Auftrag in Stadtroda mit der dortigen SED-Kreisleitung in Clinch geriet, weil er wegen eines Wochenendhausbaus für den dortigen Parteichef Baustellen stillegen sollte. "Ich habe mich geweigert³, erinnert sich Bodo Adams, "es kam zur Androhung einer Strafe. Und da habe ich von selbst gekündigt.³ Um seinen Wunsch nach Selbständigkeit zu verwirklichen, war es damals notwendig, als eine Grundvoraussetzung dafür Gewerberaum nachzuweisen. Der war mit dem großelterlichen Betrieb gegeben. Also wurde ein Antrag gestellt, der auch genehmigt wurde. Mit der Selbständigkeit ging die Arbeit so richtig los. Doch die bestand erst einmal darin, die alten Maschinen auseinanderzunehmen und zu reparieren sowie die Gebäude und ihre Dächer in Ordnung zu bringen. Zudem war der Hof unbefestigt, für schwere Fahrzeuge nicht befahrbar. Genug zu tun Mit der behördlichen Genehmigung der Selbständigkeit war die Maßgabe verbunden, niemanden einzustellen und das Gatter nicht zu bewegen. Also hieß es für Bodo Adams, der seinem Großvater gleich unermüdlich an der Umsetzung seines Traumes wirkte, zunächst allein die Ärmel hochzukrempeln. Doch schon etwa ein Vierteljahr später wurde er vom Rat des Kreises gebeten, für eine LPG Lohnschnitt durchzuführen, weil in Dingelstedt Wohnblöcke gebaut werden sollten und die staatlichen Betriebe total in Planaufgaben eingebunden waren. Ganz allein hat der Zimmereichef die zum Teil acht Meter langen Hölzer bewegt und zu geschnitten. Kaum war der Auftrag realisiert, kamen andere LPGn und haben ihr Holzdeputat schneiden lassen. Damit wurde die Auslastung so groß, "daß ich den Hof im Januar nach den Festtagen auf- und erst Weihnachten wieder zugeschlossen habe³. Das Auftragsbuch war voll, "mitunter gab es keine Möglichkeit, einen kleinen Eigenheimbauer mit einzuschieben³, obwohl zwischenzeitlich zwei Mitarbeiter eingestellt werden durften. Sägewerk gekauft Dann kam die Wende. "Ich mußte mir etwas einfallen lassen³, erinnert sich Bodo Adams, "denn eine Zimmerei ohne Sägewerk funktioniert nicht, zumal ich in der Sanierung tätig sein wollte.³ Auf Biegen und Brechen bemühte sich der Ströbecker um den günstigen Kauf eines Sägewerks. Das fand er in Zweibrücken/Saarland, wo er es demontierte, mit dem damaligen VEB Kraftverkehr in das Schachdorf transportierte und hier wieder aufbaute. Als die LPG-Brigade Ströbeck aufgelöst wurde, hat er sie komplett übernommen, ebenso die nicht mehr zeitgemäße Technik. Mit letzterer fielen aber entsprechende Kosten für Reparaturen an. Und so ging es dem Unternehmen in den ersten Jahren durch Investitionen und Bauarbeiten relativ schlecht. "Nie war Geld da³, weiß der Zimmereichef. Mit 15 Gewerblichen (die LPG-Brigade und seine Zimmerleute) begann Adams sich auch mit dem Bau von Einfamilienhäuser zu beschäftigen. Es galt neue Materialien und Baustoffe kennenzulernen und einzusetzen, "um mit der Zeit mitzuhalten³. Ein Haus wurde gebaut. "Ohne Mängel³, betont er stolz und fügt hinzu, daß es auch im elften Jahr nach der Fertigstellung noch keine Reklamationen gegeben hat. 36 Lehrlinge 1993 begann Adams Lehrlinge ausbilden, "weil ich gemerkt habe, daß die auf dem Markt befindlichen Zimmerleute nicht die Anforderungen in Qualität und auch Pünktlichkeit erfüllten, die ich stellte³. Seither werden jährlich vier Lehrlinge eingestellt, 36 sind es mittlerweile, so daß viele gut ausgebildete Zimmerer auch an Mitwettbewerber weitergegeben werden konnten. Stolz ist der Chef auch auf seine beiden Landessieger im Zimmererhandwerk, von dem einer als Zimmerermeister im Betrieb tätig ist und der zweite gerade seinen Zivildienst ableistet. Meist Sanierung "Wir haben die Zeit bisher sehr gut überstanden³, blickt er auf die vergangenen zehn Jahre zurück. Zu 90 Prozent ist die Zimmerei in der Sanierung von hauptsächlich Schlössern, Burgen und Kirchen tätig. Mit seinen derzeit 34 Beschäftigten, davon 20 Facharbeiter, zwölf Auszubildende und zwei Angestellte ist der Betrieb von Bodo Adams ein leistungsfähiges Einzelunternehmen. Zimmerer aus Ströbeck bauten unter anderem am Taubenturm in Aderstedt, am Kirchturm Liebenwerda, am Kirchenschiff Heimburg, in der Stadtbibliothek "Heinrich Heine³ Halberstadt, in der Tigeranlage im Magdeburger Zoo, in der Johanniskirche Halberstadt, am Kirchengemeindehaus Oschersleben, im Wendhusen-Kloster Thale, in der Kirche Üplingen und am Halberstädter Dom. Hier stammen zum Beispiel drei Glockenstühle, auch jener der "Domina³, von der Firma Adams. Aktuelle Objekte, mit denen die Zimmerei beschäftigt war/ist sind zum Beispiel in der Voigtei Halberstadt (Bürgerhaus), am Krankenhaus Wernigerode und in den Franckeschen Stiftungen in Halle. Zum Firmenprofil gehören auch Maurer- und Trockenbauarbeiten. Altes Handwerk Der Glockenstuhl für die "Domina³ wurde erst zusammengebaut und dann demontiert, um später in die Glockenstube eingepaßt zu werden. "Das war eine Aktion, bei welcher wir nicht nur neue Erfahrungen gesammelt haben³, so Bodo Adams, "es war auch beeindruckend, was wir da erlebt haben, und es macht uns auch ein wenig stolz, dabeigewesen zu sein.³ Der Bau der Glockenstühle habe ihn auch weitergebracht, weil er sich mit vielen Dingen auseinandersetzten mußte, die er bis dahin so nicht kannte. Aber bei all den Aufträgen kommt ihm zugute, daß er sein Handwerk beim Großvater von der Pike auf gelernt hat und daher noch traditionelle Holzverbindungen kennt und um die Qualität weiß, die damit verbunden sein muß. Solche Arbeiten müssen nicht nur gut aussehen, sondern auch über Jahre halten. Und genau das hat er an seinen Sohn Gordon weitergegeben, der bei bei ihm gelernt hat und in dem Familienbetrieb mit qualifizierten Mitarbeitern, einem modernen Maschinenpark und vollen Auftragsbüchern arbeitet und als Diplomingenieur die Bauleitung wahrnimmt. eg

Glockenstuhl für die "Domina" Aufbau des Glockenstuhls für die Domina - Dom Halberstadt Gruppenfoto vor der Glocke



Dom: Eins der spektakulärsten Projekte:
Der in Ströbeck gebaute Glockenstuhl für die Domina,
wird in der Glockenstube im Südturm des Doms montiert.



Die "Domina" hat einen Durchmesser von 2,30 m und ein Gewicht von
8,2 Tonnen, die die Holzkonstruktion zu tragen hat.

Am Sonnabend, den 03.Juni 2000, anlasslich des Domfestes, wurden die Domtürme für Schaulustige geöffnet.
Trotz der hohen Temperaturen an diesem Tag, nutzten viele Gäste die Gelegenheit, sich den rekonstruierte Glockenstuhl aus nächster Nähe anzusehen.


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